www.vereinsbesteuerung.info



Grundsätze der Vereinsbesteuerung von Dipl. Finanzwirt Klaus Wachter

aktuell 2016

Leitfaden

Vordruck

Index

Impressum

Gemeinnützigkeit

Spende Kontakt

Körperschaftsteuer

Erklärung Disclaimer

Umsatzsteuer

Lohnsteuer

Spende

   

Aktualisierungen im Jahr 2007


  

Links zu:

- aktuell 2000 - - aktuell 2001 - - aktuell 2002 - - aktuell 2003
- aktuell 2004 - - aktuell 2005 - - aktuell 2006 - - aktuell 2008 -
- aktuell 2009 - - aktuell 2010 - - aktuell 2011 - - aktuell 2012 -
- aktuell 2013 - - aktuell 2014 - - aktuell 2015 - - aktuell 2016 -
   
 

  Übersicht der Aktualisierung vom 01.11.2007 

1.

Aufwandspauschale für ehrenamtlich Tätige i. S. des § 3 Nr. 26a EStG

      
   
  

1.  Aufwandspauschale für ehrenamtlich Tätige i. S. des § 3 Nr. 26a EStG

Zum 1.1.2007 wurde mit dem  "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" eine Aufwandspauschale für ehrenamtlich Tätige i. H. v. 500 € eingeführt. Nach § 3 Nr. 26a EStG steht jedem, der sich ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Verein oder für eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (Stadt, Gemeinde) engagiert und dem in diesem Zusammenhang eine Vergütung zusteht, ein Freibetrag bis zu 500 € zu, wenn der ehrenamtlich Tätige 

  • seine Tätigkeit nebenberuflich ausübt, d. h. seine Tätigkeit macht zeitlich nicht mehr als 1/3 der Tätigkeit eines Vollzeiterwerbs aus, und

  • seine Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich (ideeller Bereich oder Zweckbetrieb) ausübt. Wird der ehrenamtlich Tätige sowohl im gemeinnützigen Bereich als auch im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (z. B. selbstbewirtschaftete Vereinsgaststätte) tätig, ist dies unschädlich. Lediglich, wenn er ausschließlich im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb tätig ist, steht ihm der Freibetrag i. H. v. 500 € nicht zu.

 

Beispiel 1

Herr Maier ist für den Sportverein SV als Vorstand tätig. Eine Vergütung erhält er nicht. In seiner Einkommensteuererklärung 2007 macht Herr Maier einen Freibetrag i.H.v. 500 € geltend.
Herrn Maier steht der Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG nicht zu, da der Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG nur auf Vergütungen gewährt wird, die im Zusammenhang mit einer gemeinnützigen Tätigkeit vereinbart wurden. 

 

Die ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht auf die Tätigkeit eines Vorstands oder Kassierers beschränkt. Auch der Platz- und Gerätewart, die Reinigungskraft und der Ausbilder von Tieren können den Freibetrag beanspruchen. Dagegen erhält der ehrenamtlich rechtliche Betreuer i. S. d. § 1835 a BGB den Freibetrag nur, wenn er seine Entschädigung von einer staatlichen Kasse bekommt.

 

Die bisherige Regelung, wonach der ehrenamtlich Tätige, seine Einnahmen nur versteuern muss, wenn der Überschuss (Einnahmen ./. Ausgaben bzw. Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG = Überschuss) mindestens 256 € ausmacht, bleibt bestehen.

Beispiel 2:
Der ehrenamtlich tätige Vereinskassier erhält ab 1.1.2007 aufgrund einer schriftlichen Vereinbarung eine monatliche Aufwandspauschale zur Deckung seiner Unkosten i.H.v. 100 €. Dem Kassier entstehen im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit in 2007 tatsächliche Ausgaben i.H.v.
a) 1.000 €
b)   400 €
Welcher Betrag muss 2007 der Besteuerung unterworfen werden?

 

zu a)

Einnahmen 100 € x 12 Monate

1.200 €

Da die tatsächlichen Ausgaben höher sind als der Freibetrag i. H. v. 500 €, können die tatsächlichen Aufwendungen abgezogen werden:

./. 1.000 €

Überschuss

200 €

Da nach Auffassung der Finanzverwaltung der Aufwendungsersatz für eine  ehrenamtliche Tätigkeit nicht versteuert werden muss, wenn die Einnahmen nach Abzug der Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben nicht mehr als 256 € ausmachen (sog. Freigrenze i. H. v. 256 € nach § 22 Nr. 3 EStG), muss der Vereinskassier die 200 € nicht versteuern..

     

zu b)

Einnahmen 100 € x 12 Monate

1.200 €

Da die tatsächlichen Ausgaben i. H. v. 500 € niedriger als der Freibetrag i. H. v. 500 € sind kommt der Freibetrag zum Abzug:

./. 500 €

Überschuss

700 €

Der Überschuss von 700 € liegt über der Freigrenze von 256 € und muss i. H. v. 700 € versteuert werden. Der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG i. H. v. 1.848 € steht dem Kassier nicht zu, da die Kassiertätigkeit nicht eine Tätigkeit i. S. von § 3 Nr. 26 EStG ist.

 

Ist der ehrenamtlich Tätige Arbeitnehmer, können ihm nach § 3 Nr. 16 EStG die Reisekosten zusätzlich steuerfrei erstattet werden.

 

Beispiel 3

Der beim Sportverein SV angestellte Vereinskassier erhält für seine Tätigkeit in 2007 eine Vergütung i. H. v. 3.000 €. Für ein Fortbildungsseminar entstehen ihm Kosten i. H. v. 600 €, die er vom Verein in voller Höhe erstattet bekommt.

Vergütung

3.000 €

Erstattung Fortbildungskosten

   600 €

Summe Einnahmen

3.600 €

steuerfrei nach § 3 Nr. 16 EStG

./. 600 €

verbleiben

3.000 €

./. Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG

    500 €

zu versteuern

2.500 €

 

Der Freibetrag wird nicht gekürzt, wenn die Tätigkeit nicht das ganze Jahr über ausgeübt wird. 

 

Beispiel 4
Der Vereinskassier erhält für seine am 1.07.2007 begonnene Tätigkeit eine monatliche Vergütung i. H. v . 200 €.

Vergütungen 6 x 200 €

1.200 €

Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG

./. 500 €

zu versteuern

700 €

 

Erzielt der ehrenamtlich Tätige Einnahmen unter 500 €, wird der Freibetrag max. i. H. der Einnahmen gewährt. 

 

Beispiel 5
Der Vereinskassier erhält für seine in 2007 ausgeübte Tätigkeit eine Vergütung i. H. v. 400 €.

Vergütung 2007

400 €

Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG max. i.H. der Einnahmen

./. 400 €

zu versteuern

0 €

 

Wird die ehrenamtliche Tätigkeit i. S. des § 3 Nr. 26a EStG mehrfach ausgeübt, wird der Freibetrag nicht vervielfacht, sondern max. i. H. v. 500 € gewährt.

Beispiel 6
A ist sowohl Vorstand beim Musikverein MV als auch Vorstand beim Sportverein SV. Für seine Vorstandstätigkeit beim Musikverein MV erhält er 2007 eine Vergütung i. H. v. 500 €, für seine Tätigkeit beim Sportverein SV eine Vergütung i. H. v. 400 €. 

Vergütungen 500 € + 400 €

900 €

Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG

./. 500 €

zu versteuern

400 €

 

§ 3 Nr. 26a EStG schreibt vor, dass neben dem Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG nicht zusätzlich der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG i. H. v. 2.100 € in Anspruch genommen werden darf. Besteht die Möglichkeit, für eine Vergütung sowohl den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG i. H. v. 2.100 € als auch den Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG i. H. v. 500 € zu beanspruchen, kann nur ein Freibetrag geltend gemacht werden.

 

Beispiel 7
A erhält für seine Tätigkeit als Trainer beim Sportverein SV in 2007 eine Vergütung i. H. v. 2.400 €.

Vergütung 2007

2.400 €

Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG

./. 2.100 €

zu versteuern

300 €

Da der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG i. H. v. 2.100 € günstiger ist als der Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG i. H. v. 500 €, wird der Trainer den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG in Anspruch nehmen. Der Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG wird für dieselbe Tätigkeit nicht neben dem Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG gewährt.

Noch ungeklärt ist, ob der Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG neben dem Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG gewährt wird, wenn unterschiedliche, abgrenzbare Tätigkeiten ausgeübt werden.

 

Beispiel 8

A erhält vom Sportverein SV für seine Vorstandstätigkeit in 2007 eine Vergütung i. H. v. 500 € und für seine Trainertätigkeit eine Vergütung i. H. v. 2.100 €. 

Ob A für seine Tätigkeit als Vorstand den Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG i. H. v. 500 € und zusätzlich für seine Trainertätigkeit den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG i. H. v. 2.100 € beanspruchen kann, soll bundeseinheitlich bzw. landeseinheitlich noch geregelt werden.

 

Will der ehrenamtlich Tätige auf seine Vergütung i. S. des § 3 Nr. 26a EStG verzichten und verlangt er für seinen Vergütungsverzicht eine Spendenbescheinigung, muss die Aufwandsentschädigung nicht ausbezahlt werden. Wegen der steuerlichen Anerkennung sog. Aufwandsspenden, s. > Leitfaden - Spendenrecht < .

 

Hinweis

Regelt die Satzung, dass der Vorstand ehrenamtlich i. S. von unentgeltlich tätig sein muss, darf dem Vorstand sein Zeitaufwand nicht vergütet werden > BFH-Beschluss vom 08.08.2001 (BFH/NV 2001 S. 1536 < . Auslagenersatz wie z. B. Fahrt- oder Telefonkosten ist zulässig, es sei denn, die Satzung verbietet auch dies. Soll der bisher ehrenamtliche Vorstand künftig eine Vergütung erhalten, muss die Satzung mit Zustimmung der Mitgliederversammlung geändert werden.

   
      
  

  Übersicht der Aktualisierung vom 13.10.2007

1.

Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

       
  
  

1. Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

Nachdem der Bundesrat am 21.09.2007 dem "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" zugestimmt hat, veröffentlicht das Bayerische Landesamt für Steuern eine Übersicht über die Änderungen des Gemeinnützigkeits- und Spendenrecht, die das Gesetz mit sich bringt.

> zur Übersicht

> Gesetzestext

      
    
  

  Übersicht der Aktualisierung vom 12.09.2007 

1.

Übungsleiterfreibetrag ab 2007

     
   
  

1. Übungsleiterfreibetrag ab 2007

Das "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" sieht rückwirkend auf den 1.1.2007 eine Erhöhung des Übungsleiterfreibetrags nach § 3 Nr. 26 EStG von 1.848 € auf 2.100 € vor. Da dieses Gesetz bisher lediglich vom Bundestag verabschiedet worden ist, darf der erhöhte Übungsleiterfreibetrag derzeit noch nicht in Anspruch genommen werden. Erst wenn der Bundesrat (voraussichtlich September 2007) diesem Gesetz zugestimmt hat und das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden ist, darf die Erhöhung des Freibetrags bei der Lohnsteuer und der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt werden.

     
  
  

  Übersicht der Aktualisierung vom 18.05.2007

1.

Verzichtserklärung bei Vergütungen (z. B. Trainer-, Dirigentenvergütung) und Aufwandsspende

2.

"Initiative 10 plus 10" - Ergänzende bayerische Vorschläge zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

3.

Formular-Management-System (FMS)

    
   
   

1. Verzichtserklärung bei Vergütungen (z. B. Trainer-, Dirigentenvergütung) und Aufwandsspende

Verzichtet z. B. ein Dirigent oder ein Trainer auf seine Vergütung oder ein Vereinsmitglied auf seinen Fahrtkostenersatz, und soll der Verein i.H. des verzichteten Betrags eine Spendenbescheinigung ausstellen, werden derartige Aufwandsspenden u. a. nur anerkannt, wenn der Anspruch ernsthaft vereinbart worden ist. Das Tatbestandsmerkmal der Ernsthaftigkeit einer Aufwandsspende erfordert unter anderem eine Zeitnähe der Verzichtserklärung zur Entstehung des Vergütungs- oder Aufwandsersatzanspruches. Lt. Finanzverwaltung Baden-Württemberg reicht bei regelmäßiger Ausübung einer Tätigkeit eine Verzichtserklärung alle 3 Monate aus. 

Beispiel:
A ist nebenberuflich Trainer bei einer Jugendmannschaft. Lt. einer schriftlichen Vereinbarung stehen ihm monatlich 100 € zu. A verzichtet jeweils zum Quartalsende schriftlich auf die Auszahlung.

A übt eine entgeltliche Tätigkeit aus. Die Einnahmen i. H. v. 12 Monate x 100 € = 1.200 € sind grundsätzlich steuerpflichtig. Da A die Tätigkeit nebenberuflich ausübt, und es sich hierbei  um eine Übungsleitertätigkeit handelt, sind die Einnahmen nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfrei. Der Sportverein darf A eine Spendenbescheinigung ausstellen, da die Verzichtserklärung jeweils am Ende des Quartal zeitnah erfolgt ist.

Weitere Anforderungen an eine Aufwandsspende finden Sie > hier <.     

  

2. "Initiative 10 plus 10" - Ergänzende bayerische Vorschläge zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

Das Bundesfinanzministerium stellte am 4.12.2006 einen Referentenentwurf zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vor: > "Hilfen für Helfer - 10 Maßnahmen zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" <. Das bayerische Finanzministerium bringt in seiner Informationsbroschüre > "Initiative 10 plus 10" < weitere Vorschläge ein:
> zur Informationsbroschüre

   

3. Formular-Management-System (FMS)

Das Bundesfinanzministerium stellt auf der Seite > www.formulare-bfinv.de < Steuerformulare bereit, die am PC ausgefüllt und im Gegensatz zu den bisher angebotenen pdf-Dateien auch abgespeichert werden können. Derzeit kann der Verein lediglich das Angebot der Vordrucke für Umsatz- und Gewerbesteuer-Erklärungen nutzen.

  
  
  

  Übersicht der Aktualisierung vom 18.02.2007

1.

Umsatzsteuersatz im Zweckbetrieb ab 1.1.2007

       
  
   

1. Umsatzsteuersatz im Zweckbetrieb ab 1.1.2007

Aufgrund der Gesetzesänderung zum 1.1.2007 findet nach § 12 Abs. 2 Nr. 8a UStG der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% nur noch dann Anwendung, wenn

  • der Zweckbetrieb nicht in erster Linie der Erzielung zusätzlicher Einnahmen dient, und die Umsätze des Vereins nicht mit Umsätzen anderer Unternehmer konkurrieren oder

  • der Verein mit diesen Umsätzen seine gemeinnützigen Zwecke selbst verwirklicht.

Ein am 09.02.2007 ergangenes BMF-Schreiben - IV A 5 - S 7242-a/07/0001 - BStBl. I 2007 S. 218 - regelt Detailfragen.

> zum BMF-Schreiben